
Session 1
Was ist das Selbst und wie hilft mir das Wissen darum weiter?
Nidrā ist eine Tradition in der das wahre Wesen des Menschen (bzw. der gesamten Natur) als reines Bewusstsein angesehen wird. Yoga Nidrā als Technik hilft dabei die Welt aus dieser Perspektive heraus zu erfahren und sich darüber neu kennenzulernen.
Kernelement der Praxis ist das Loslassen und Entspannen. Jede Form von Aktivität führt notwendigerweise weg vom reinen Bewusstsein und so kann das Ruhen in sich Selbst nur etwas sein was im Nicht-Tun liegt. Im Nidrā haben wir die Chance in diese Form des Handelns ohne zu handeln hineinzukommen und so die Welt aus einer Perspektive der Leichtigkeit und Anstrengungslosigkeit kennenzulernen.
Session 2
Was hält mich davon ab ständig mein wahres Selbst zu erfahren?
Der klassische Yoga lehrt, dass unser Bewusstsein von 5 “Hüllen” umgeben. Das sind:
- der physische Körper
- unsere Lebensenergie (prāṇa)
- Emotionen und niederes Denken
- höheres Denken bzw. Unterscheidungskraft
- tiefes Unterbewusstsein
Im Laufe unseres Lebens haben wir gelernt uns mit diesen Hüllen zu identifizieren und entsprechend zu handeln. Diesen Prozess nennen wir Anhaftung. Wann immer Aufmerksamkeit im Außen – also einer der fünf Hüllen – verweilt, Ruhe ich nicht mehr in meiner wahren Natur.
Im Nidrā können wir diese Anhaftungen bewusst wahrnehmen und erleben wie die Welt ohne die sie aussieht und wieviel mehr Ruhe und Gelassenheit dieses Erleben der Welt mit sich bringt.
Session 3
Wie hilft mir Nidrā dabei zu Ruhe und Ausgeglichenheit zu kommen?
Die Erfahrung der Wirklichkeitdie wir im Nidrā machen – uns selbst als Bewusstsein zu erleben -, kann im Alltag als Orientierung dienen um unser Verhalten mehr an der Wirklichkeit der Dinge zu orientieren und damit zu mehr Ausgeglichenheit und Entspannung im täglichen Leben und Erleben zu kommen.
Jede Erafhrung des Selbst verankert dich tiefer im Selbst. So kannst du in Situationen in denen du jetzt noch von äußerem gesteuert bist, lernen bewusster wahrzunehmen und darüber wieder Handlungsspielrum zu bekommen. Wenn du z.B. in bestimmten Situationen ärgerlich wirst und im nachhinein feststellst, das du ganz anders gehandelt hast, als du es gerne getan hättest. Dann kann eine regelmäßige Nidrā Praxis dir helfen mehr bewusstsein in solchen Situationen zu entwickeln und in der Situation deine Handlungen zu ändern, oder mit ausreichend Praxis bereits im Moment des aufkeimenden Gefühls die Möglichkeit schaffen, dich anders mit dieser Situation auseinanderzusetzen.
Session 4
Wie kann ich mich der Wirklichkeit nähern?
Jegliches Handeln ist immer ein Schritt weg von der Wirklichkeit. Wie kann ich also nicht handeln? Und wie kann ich in der Welt funktionieren, ohne zu handeln?
Zuerst geht es darum zu verstehen was Handeln in unserem Sinne bedeutet. Nimm z.B. das Hören. Wo entsteht Klang, also das Ergebnis des Hörens. Wir nehmen ganz natürlich an, dass es eine objektive Wirklichkeit gibt, in der ein Baum umfällt und das wiederum ein Geräusch verursacht. Der Baum selbst verursacht aber kein Geräusch. Der fallende Baum verursacht Druckwellen in der Luft. Diese wiederum können von unserem Instrument des Hörens – dem Ohr – aufgenommen werden. Aber das ist noch kein Klang. Wenn das Ohr die Schwingungen in der Luft aufgenommen hat, werden sie an unseren Geist weitergegeben und hier findet die Kategorisierung und “Umwandlung” von Schwingung in Klang statt. Streng genommen ist Klang also nur eine “Idee” von der Wirklichkeit. Oder besser, eine Interpretation der Wirklichkeit, angereichert mit Erinnerung an vergleichbare Erlebnisse, Vorlieben und Abneigungen, Ängsten und Befürchtungen. Soweit das von der Wirlkichkeit manchmal kaum etwas übrig bleibt.
Nicht zu handeln bedeutet also nicht, nichts mehr zu tun, sondern sich bewusst zu sein, das das, was ich für die Wirklichkeit halte, nur ein Bild in meinem Geist ist. Um die Welt zu erfahren, wie sie wirklich ist, ist es also notwendig, Abstand zu nehmen vom Interpretieren, Kategorisieren und Bewerten. Und dann bleibt der Moment. Das ewige Jetzt. Dort zu verweilen bedeutet nicht mehr zu handeln, denn jegliches Tun im Augenblick ist sich selbst genug und nicht mehr gebunden an Wünsche und Vorstellungen darüber, wie dieser Augenblick sein sollte oder wo er hinführen sollte.
Session 5
Was nehme ich mit aus diesem Kurs?
Das einzigartige Merkmal der Nidrā Tradition ist es, Entspannung als Praxis zu nutzen. Oder besser gesagt, das bewusste nicht-Tun, welches nur über das völlige Loslassen und die völlige Entspannung errreicht werden kann, erreicht wird. Das ist es, was du im Nidrā immer wieder übst und darüber in dein Leben integrieren kannst.
Aber auch die einzelnen Schritte des Nidrā – Entspannen des Körpers, des Pranas, der Emotion, des Geistes – können für sich eine gute Meditation im Alltag sein, ohne ein ganzes Nidrā machen zu müssen. Im Tantra – aus dem heraus sich Nidrā entwickelt hat – gibt es das Konzept der Mikromeditation. Dabei gehst du mehrfach am Tag für 5-10 Minuten in eine Meditationstechnik. Wann immer du kurz Zeit hast. Und intgerierst darüber die Techniken des Nidrā noch mehr in deinen Alltag.
What’s next?
Wen dir der Kurs gefallen hat, schaue auf jeden Fall in meine anderen Kurs-, Workshop- und Retreat-Angebote rein. Ich biete sowohl Online als auch vor Ort, diverse Formate rund um Yoga Nidra, Tantra Philosophie und spirituelle Praxis an.
Ich freue mich darauf dich wiederzusehen